Felix Draeseke Societies: Newsletter (April 2006)

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Internationale Draeseke Gesellschaft e.V. Coburg
IDG

…Bemerke, dass in der Musik
Ganz so, wie in der Mathematik,
Wo manche Rechnung nicht will passen,
Wenn du mit Null dich eingelassen,
Aufwärts und abwärts, gleich nicht ganz.
Zwar F-As-C ist Consonanz,
Doch Moll-Accord, und wirkt passiv,
So sprach schon Hauptmann einst sehr tief.

11. Bedenke wohl nun, dass inmitten
der erst gefundne Dreiklang liegt
Von beiden andern. Lass dich bitten
Zu merken, wie auch hier sich´s fügt,
Dass alle Zweiheit ist geschwunden,
Zu höh´rer Einheit sind verbunden
Der drei Dreiklänge Harmonien.
Hieraus die Tonart will erblühn.

Draeseke:"Die Lehre von der Harmonia"


Speyer, den 09. April 2006

An die Mitglieder der Internationalen Draeseke Gesellschaft e.V., Coburg

Liebe Draeseke – Freunde und Mitglieder,
Sehr geehrte Damen und Herren!

Sehr herzlich grüße ich Sie mit diesem Brief im 20. Jahr des Bestehens unserer

INTERNATIONALEN DRAESEKE GESELLSCHAFT e.V.

und tue dies auch im Namen des gesamten Vorstandes. Leider komme ich erst jetzt zu diesem Rundschreiben, das eigentlich schon im Vorjahr an Sie abgehen sollte. Wegen des wieder einmal sehr arbeitsreichen Konzertwinters aber musste dieses Vorhaben immer wieder verschoben werden. Nun sollen Sie umfassend informiert werden und eine Menge Dinge aus unserer Arbeit und über sonstiges aus der „Draeseke-Szene“ erfahren. Denn es tut sich ja erfreulich viel, gerade auch durch Initiativen aus dem Kreise der Mitglieder!

Zuerst möchte ich hinweisen auf die

20. Jahrestagung der
Internationalen Draeseke Gesellschaft e.V.
von Donnerstag, 15. Juni bis Sonntag, 18. Juni 2006
in Coburg

Bitte merken Sie sich diesen Termin vor, denn es wäre für den Vorstand und auch für viele treue Besucher unserer Jahrestagungen in der Vergangenheit eine große Freude, einmal möglichst viele Mitglieder bei dieser Gelegenheit in Coburg begrüßen zu dürfen, und so lade ich Sie schon jetzt sehr, sehr herzlich zur Jahrestagung und zur Mitgliederver-sammlung der IDG ein, bei der in diesem Jahr gemäß der Satzung auch die

Neuwahl des Vorstandes

auf der Tagesordnung steht.

Ein Entwurf für den Ablauf der Jahrestagung mit wichtigen Informationen gebe ich Ihnen am Ende dieses Rundschreibens.

Eine Reise ins schöne Coburg lohnt sich zu diesem Zeitpunkt auch aus einem weiteren Grunde, denn die Stadt feiert ganz groß 950 Jahre Ersterwähnung und bietet seinen Bürgern und Besuchern ein glänzendes Programm. Als IDG dürfen wir es als hohe Ehre anrechnen, wenn das Programm der Jahrestagung in diesem Gesamtrahmen Aufnahme findet.

Dass die Musik unseres Meisters nach 20 Jahren Arbeit inzwischen keineswegs mehr zu den ganz und gar unbekannten Werken der Musikgeschichte gehört, belegt u.a. ihr häufiges Erscheinen in den Rundfunkprogrammen. Natürlich wird uns davon nur ein geringer Teil bekannt, aber die in letzter Zeit erfolgten Sendungen mit Draesekescher Musik darf ich hier für Sie kurz einmal zusammenstellen:

Von Peter Pfeil, Coppenbrügge, unserem Mitglied und unermüdlich rührigem Schriftleiter der uns befreundeten Friedrich-Kiel-Gesellschaft erreichten uns die Mitteilungen zu Sendungen in der jüngeren Vergangenheit:

Oliver Triendl spielte Klavierstücke von Draeseke am 07.10.2005, also zu des Meisters 170. Geburtstag im Bayrischen Rundfunk4) sowie in zwei weiteren Sendungen am 10.10.05 (SWR 2) Draesekes große Klavier-Sonate Opus 6 wurde am 21.11.05 gegeben (Bayrischer Rundfunk 4). Zuletzt spielte Triendl am 16.01.06 Klaviermusik von Draeseke (Bayrischer Rundfunk 4).

Von unserem Mitglied, Frau Brigitte Draeseke, erhielten wir den Hinweis auf eine Sendung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), der am 07. Oktober 2005 (s.o.) die Polonaise aus der Serenade für kleines Orchester Opus 49 sendete.

Mitglied Martin Jacob teilte mit, dass am 21.11.05 die Gudrun-Ouvertüre beim WDR 3 gesendet worden ist.

Für die schriftlich eingereichten Mitteilungen von Rundfunk-Sendungen sei den genannten Mitgliedern sehr herzlich gedankt! Oft finden auch die inzwischen komplett auf CD eingespielten Sinfonien unseres Meisters in den Programmen der Rundfunkanstalten Berücksichtigung, von denen wir allerdings meistens erst nach den Sendungen im mündlichen- oder Telefongespräch erfahren.

Erfreulich ist auch, dass sich immer wieder neu Sänger für Draesekes Liedschaffen interessieren. In diesem Zusammenhang forderte Peter Pfeil von der Friedrich-Kiel-Gesellschaft den vorliegenden Gesamtüberblick zu den Liedern an, damit eine Sopranistin aus Berlin ihr Interesse an Draeske-Liedern befriedigen kann; sicher wird demnächst mehr darüber zu hören sein. Der an der Mannheimer Oper tätige Timothy Sharp wird sich in Kürze auch mit Draeske-Liedern näher befassen.

Ende 2005 erschien die letzte Einspielung der CD-Serie mit allen Sinfonien. Auf dieser CD (CPO/JPC CD 999 746-2) sind die Sinfonien Nr. 1 und 4 (Sinfonia comica) und die Gudrun Ouvertüre unter der Leitung von Jörg Peter Weigle aufgenommen. In FONO FORUM 11/05 auf Seite 66 schreibt Jörg Hillebrand u.a: “Maßvoll, vornehm die Kräfte zurückhaltend. Ohne dräuende Tiefen verleiht das Hannoveraner Rundfunkorchester der Ersten ein angemessen klassizistisches Erscheinungsbild. Flexibel voraushörend, steuern die Musiker sicher durch die engen Modulationskurven der Vierten. Und in der Ouvertüre zu „Gudrun“, einer von Draesekes sieben Opern, beweisen sie ihre und des Komponisten dramatische Qualitäten.“ Die Einspielung erhält für Musik und Klang jeweils vier Sterne - es lohnt sich also!

Claudius Tanski ist vielen Mitgliedern kein Unbekannter! Sehr gerne erinnern wir uns an seine Konzerte mit der Draeseke Sonate Opus 6 bei der Jahrestagung in Weimar vor einigen Jahren. In FONO FORUM 2005/3 werden Tanskis mehrfach preisgekrönte CD-Einspielungen gewürdigt. Hier weisen wir auf seine in diesem Zusammenhang auch erwähnte Einspielung von Draesekes Klavierkonzert in Es-Dur mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester unter der Leitung von G. Hanson hin (MDG 335 0929-2).

Für diese Mitteilungen danken wir herzlich unserem Freund Peter Pfeil von der Friedrich-Kiel-Gesellschaft, der uns kürzlich noch einen sehr interessanten Hinweis gab: im neuesten Katalog des Musik-Antiquariates Schneider in Tutzing wird u.d. Nr. 149 die Partitur (3.Bde. bei Kahnt in Autographie) eines Bühnenwerkes von F. Gotthelf angeboten: „Mahadeva – Ein Mysterium in einem Vorspiel und drei Aufzügen für die Bühne in Wort und Ton verfasst.“ Die UA erfolgte 1910 in Düsseldorf. Gotthelf studierte vier Jahre bei Draeseke in Dresden, war kurze Zeit Kapellmeister in Köln und Kolberg und lebte dann von seinen künstlerischen und schriftstellerischen Arbeiten in Bonn, München, Wien und Dresden. Bei der 45. Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins zu Stuttgart (2.-6. Juni 1909) stand die Schluss-Szene des Mysteriums „Mahadeva“ für Sopransolo, Frauenchor, Orchester auf dem Programm. Interessant ist, dass in den Katalogen der Antiquariate immer wieder einmal Noten oder Schriftstücke von Draeseke angeboten werden. An Peter Pfeil nochmals vielen Dank für viele wichtige Hinweise zu Draeseke. Die Fried-rich-Kiel-Gesellschaft, deren unermüdlicher Motor Peter Pfeil ist, feierte im vergangenen Jahr ihr 25jähriges Bestehen mit einer ganzen Reihe markanter Aufführungen! Zwei glanzvolle Aufführungen des Kielschen „Christus“-Oratori-ums fanden im April 2005 in Laasphe und Siegen statt, zu denen auch von dieser Stelle eine herzliche Gratulation am Platze ist. Wie viele andere Komponisten der Zeit wurde eben auch Friedrich Kiel lange Zeit einfach übersehen, und es ist Männern wie Peter Pfeil hoch anzurechnen, sich für ei-ne echte Bereicherung des gegenwärtigen Musiklebens mit solch überzeugendem Nachruck einzusetzentrotz vielfach öffentlicher Ignoranz oder Unverständnis aus purer Kennt-nislosigkeit. Eine weitere Strophe im „Hohen Liede des Lobes“ auf die Fördergesellschaften für die unerkannten Komponisten ist einzustimmen, wenn von der Scharwenka-Gesellschaft e.V. Lübeck die Rede ist. Frau Prof. Evelinde Trenkner, die an der Lübecker Musikhochschule unterrichtet, gehört zu den Gründungsmitgliedern der IDG 1986 und hat bekanntlich schon sehr früh den hohen Wert von Draesekes Klaviersonate Opus 6 wahrgenommen und das Werk in den 70er Jahren des 20. Jhdts. auf LP eingespielt und damit eine wahre Pioniertat vollbracht! Prof. Trenkner hat sich mit großem Erfolg für das Schaffen der Scharwenka-Brüder eingesetzt! Sehr viel darüber kann jeder erfahren, der sich bei www.scharwenka.de näher erkundigen möchte.

Nun aber zu wichtigen Ereignissen im eigenen Haus der IDG: Annerose Röder, Mitglied der IDG, gestaltete ein Gedenkkonzert anlässlich des 170. Geburtstages unseres Komponisten am 7. Oktober 2005. Das Konzert fand statt am 9. Oktober 2005 im evangelischen Gemeindehaus in Dörfles-Esbach. Frau Röder stimmte die Zuhörer mit Klängen aus der heiteren 2. Sinfonie Draesekes ein und spielte selbst Klaviermusik des Meisters aus dem Ghaselen-Kranz „Fata Morgana“, zwei Stücke aus „Scheidende Sonne“, den „Miniaturen“ sowie aus „Was die Schwalbe sang“. Auch ein Abschnitt aus dem großen Christus-Mysterium fehlte nicht, und dazu las die Initiatorin dieses „Geburtstagsständchens für Felix“ Abschnitte aus der Bio-graphie. Herzlichen Dank und Anerkennung für diese Tat spricht die IDG Frau Annerose Röder hiermit aus, denn sie fand sich als Einzige sozusagen „vor Ort“ bereit und in der Lage, des Meisters 170. Geburtstag im Namen der Gesellschaft angemessen zu würdigen. Andere, sicher auch potentielle Institutionen haben das Ereignis am Ort übersehen.

Nicht übersehen wurde Draesekes Ehrentag von Frau

Brigitte Draeseke in Magdeburg. Dort führte sie am 6. November 2005 die 21. Magdeburger Draeseke - Matinee in der Galerie Himmelreich durch. Das Programm gestaltete das Philharmonische Fagottquartett Magdeburg mit einer sehr reizvollen Programmfolge, in deren Mittelpunkt Frau Draeseke über das Requiem Opus 22 referierte, eingerahmt von zwei Draeseke - Arrangements für das Fagottquartett. Eines davon lieferte unser Mitglied Martin Jakob, für den das benannte Requiem zu den musikalischen Höhepunkt-Erlebnissen seiner langjährigen Chorsänger-Laufbahn gehört! Er hat den Choral des Requiems „Jesus meine Zu-versicht“ für das Quartett bearbeitet, wofür ihm herzlicher Dank hier mitgeteilt werden soll. Inzwischen führte die „wie immer rührige Prinzipalin der Matineen“ (Lt. Magdeburger Stadtjournal) die 22. Draeseke – Matinee am 12. März 2006 (nunmehr am eigenen Geburtstag) durch unter dem Motto „Im Mozartjahr eine Begegnung mit Felix Draeseke“ und stellte erneut das h-Moll – Requiem op.22 als „einen wesent-lichen Beitrag zur Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts“ ihren Zuhörern in voller Länge vor.

Gemäß unserer Satzung gehören die Arbeiten zur Bereitstel-lung von Aufführungsmaterial für die Werke Felix Draesekes zu den vornehmsten Aufgaben, und auf diesem Felde wurde in den zwanzig Jahren auch Beachtliches geleistet. Wie bei der letzten Mitgliederversammlung am 17. Juni 2005 angekündigt, ist inzwischen die wohl umfangreichste Arbeit auf diesem Felde in Angriff genommen worden: die Herstellung von Druckvorlagen für das CHRISTUS-Mysterium. Die Mitglieder sind hier vom gegenwärtigen Stand der Arbeiten in Kenntnis zu setzen, weil auch erhebliche Mittel der IDG zum Einsatz kommen müssen. Drei von insgesamt neun Abteilungen des Riesenwerkes werden bis Ende April 2006 abgeschlossen sein. Während der vorjährigen MV konnte den Anwesenden ein erster Einblick in die damals schon vorliegenden Partiturseiten des Vorspiels „Die Geburt des Herrn“ gewährt werden. Die sehr aufwendige Arbeit der Herstellung der Druckvorlagen im Computer-Notensatz ist bei der Firma P-N-G – Computer-Notensatz Galmsbüll in Auftrag und wird von Frau Sigrid Brandenburg mit großem persönlichen Engagement vorangetrieben, man darf durch-aus gewiss sein, dass die zur MV im kommenden Juni 2006 eine weitere Abteilung fertig gestellt sein wird. Bisher haben wir großzügige Hilfe dafür von der Niederfüllbacher Stiftung in Coburg wie auch von der Oberfrankenstiftung in Bayreuth in Anspruch nehmen dürfen. Die Auftragsvergabe erfolgte bisher sehr vorsichtig von Abteilung zu Abteilung. Auf Anraten der Oberfrankenstiftung soll nach den bisher erfolgreichen Arbeiten aber nunmehr der Rest in einem Zuge durchgeführt werden. Daraufhin wurde jetzt das umfangreichste Antragsverfahren seit Bestehen der IDG eingeleitet, und wir hoffen sehr auf positive Rückmeldungen, damit schließlich das gesamte Mysterium in großer Dirigierpartitur und Orchesterstimmen vorgelegt werden kann. Den Entscheidungsträgern bei der Niederfüllbacher Stiftung ist für die bisherige überaus wertvolle Hilfestellung bei diesem größten editorischen Vorhaben der Gesellschaft großer Dank auszusprechen. Ebenso der Oberfrankenstiftung für schon geleistete Unterstützung und die in die Zukunft weisende Beratung. Mit gebotener Vorsicht dürfen wir daher eine weitere Aufführung des CHRISTUS in Ausschnitten für den Herbst 2007 in Aussicht stellen. Es wäre ein musikalisches Großereignis mit Ausnahmecharakter, wenn dieser Plan gelingen könnte!

Entscheidend dafür sind nun die Arbeiten an der „Material-Front“, an deren Sicherung jetzt mit Eifer gearbeitet werden muss. Bei der MV am Freitag, dem 16. Juni 2006, kann ich hoffentlich von bewilligten Finanzmitteln und damit vom erfolgreichen Fortgang der Arbeit berichten.

Allerdings werden bis zur Fertigstellung auch weiter erhebliche Eigenmittel der IDG einzusetzen sein, es ist mit einer Größenordnung von ca. 5.000 Euro zu rechnen. Daher ergeht hier die herzliche Bitte an unsere Mitglieder, eine Sonderspende zu leisten. Jeder Spenden-Euro ist hoch willkommen und hilft, das große Werk zu vollenden. Helfen Sie bitte mit, dass Felix Draesekes größte musikalische Schöpfung, sein CHRISTUS-Mysterium, künftig öffentlichen Aufführungen durch die Bereitstellung der Dirigierpartitur und der Orchester- und Chorstimmen zugänglich gemacht wird! Es wäre im zwanzigsten Jahr des Bestehens der IDG deren größte kulturelle Leistung in der Vereinsgeschichte.

Bevor ich nun unsere Mitglieder zur Jahrestagung 2006 einlade und den Entwurf des Programms bekannt gebe, möchte ich hier einen Rückblick auf die Ereignisse bei der Tagung 2005 geben. Wie in den Vorjahren haben die Anwesenden bei der Mit-gliederversammlung am 17. Juni 2005 im Landhaus Kaiser in Dörfles-Esbach den Rechenschaftsbericht des Vorstandes entgegen genommen und anschließend einstimmig Entla-stung erteilt.

Zu einem überaus glücklichen Zusammenwirken kam es am Samstag, dem 18. Juni 2005, um 16.00 Uhr mit dem Kunstverein Coburg e.V. - der zu den größten seiner Art in ganz Deutschland zählt. Der Kunstverein hatte die IDG eingeladen, bei der Eröffnung der Ausstellung „Bernhard Heisig – Arbeiten zur Literatur“ für den musikalischen Rahmen zu sorgen. Professor Bernhard Heisig war persönlich anwesend, als Prof. Barbara Thiem und Prof. Wolfgang Müller-Steinbach mit Werken für Violoncello und Klavier von Felix Draeseke die Eröffnung der Ausstellung musikalisch umrahmten. Dem geschäftsführenden Vorsitzenden des Kunstvereins e.V. Coburg, Herrn Kurt Neun, gebührt für die ehrenvolle Einladung herzlicher Dank wie auch den ausführenden Künstlern, die mit der Ballade op. 7 und der Barcarole op. 11 für Cello und Klavier die anwesenden Kunst-freunde erfreut haben.

Bernhard Heisig – Arbeiten zur Literatur - Konzert 2005

Musikalischer Höhepunkt war dann am Abend des 18. Juni das Kammerkonzert mit den „Summit Chamber Players“ von der University of Wyoming, USA – Naomi Gjevre und Javier Pinell, Violinen; Jim Przygocki, Bratsche; John Thomson, Violotta; Barbara Thiem, Cello und Rick Rognstad, Cellone. Alle Künstler sind Professoren an der University of Wyoming. Das Programm hatte Seltenheitswert insofern, als die Musiker auf den originalen Instrumenten aus der Werkstatt des Musikers und Wissenschaftlers Dr. Alfred Stelzner spielten. Felix Draeseke schrieb 1897 sein Quintett für zwei Violinen, Viola, Violotta (!) und Violoncello in A-Dur, WoO 25 für diese Stelzner-Instrumente, und man konnte sich von dem ganz ungewöhnlichen Wohlklang dieser besonders gebauten Streichinstrumente bei diesem Konzert verzaubern lassen! Lassen wir hier den Rezensenten des Konzertereignisses, Rudolph Potyra, zu Wort kommen: „…Entwickelte das Ensemble bereits bei diesem Werk eine orchestrale, den Raum förmlich sprengende Klanggewalt, so sollte sich das bei dem dreisätzigen Sextett in D-Dur, op. 88 von Arnold Krug (1849-1904) noch steigern. Hier trat zusätzlich das Cellone zum Ensemble. … Nach ihrem bravourösen Debüt wurden die Gäste aus den USA stürmisch gefeiert.

Kammerkonzert mit den Summit Chamber Players

Sie bedankten sich dafür mit einem „Andante melancolico“, das Prof. Wolfgang Müller-Steinbach (wohl nach einem Klavierstück) für diese Besetzung eingerichtet hat.“ (Neue Presse, Coburg)

Mit einer Matinee der besonderen Art im Pavillon des Kunstvereins im Hofgarten fand die Jahrestagung 2005 am Sonntag, dem 19. Juni, um 11.00 Uhr ihr durchaus heiteres Finale. Unter der Überschrift „Der cantable Beethoven“ bo-ten Ursula Schönhals, Mezzosopran und Petra Frenzel, Klavier aus Leipzig einen „Musikalischen Salon zur gesanglichen Annäherung an Beethovens Instrumentalwerke“. Dazu schrieb Annerose Röder im Coburger Tageblatt: „…Erinnert wurde damit an ein interessantes Kapitel der Musikgeschichte, das lange Zeit als eine misstrauisch beäugte Geheimwissenschaft galt – die Textierung von Instrumentalwerken. … Friedrich Silcher, der bekannte Komponist viel gesungener Chorliteratur, textierte den zweiten Satz der Klaviersonate Op.57, der „Appassionata“, als „Heilige Nacht“ und auch den zweiten Satz der 5. Sinfonie von Beet-hoven mit „Durch dich so selig“. … Das „Bonbon“ des Vormittages lieferte Helmut Loos mit der Interpretation des Septetts op. 20 mit „Just Recht“ nach Castelli, in der er alle komödiantischen Möglichkeiten der textierten Vertonung be-stens hervorstrich. Natürlich ist es nicht leicht, musikalische Weltliteratur auf diese Weise neu zu interpretieren. Aber die Sängerin Ursula Schönhals und die Pianistin Petra Frenzel hatten sich bestens auf diese ungewöhnliche Aufgabe vorbereitet.“ Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Loos als Vorsitzender der IDG sprach die „verbindlichen Worte“.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen im Freien – die gesamte Jahrestagung konnte bei bestem „Kaiserwetter“ durchgeführt werden – vertagte sich die IDG auf die nächste Jahrestagung 2006, zu deren Besuch im 20. Jahr des Beste-hens die Mitglieder der IDG hier ganz herzlich eingeladen werden.

Das vorläufige Programm im Überblick:

Donnerstag (Fronleichnam), der 15. Juni 2006, 19.00 Uhr

Vortrag mit Musikbeispielen
Professor Wolfgang Müller-Steinbach
im Pavillon des Kunstvereins im Hofgarten 

Freitag, der 16. Juni 2006, 18.00 Uhr

Mitgliederversammlung im Landhaus Kaiser in Dörfles-Esbach 

Samstag, der 17. Juni 2006

Exkursion nach Meiningen
Abfahrt 9.00 Uhr - Rückfahrt16.00 Uhr
Leitung Dr. Harald Bachmann 

Samstag, der 17. Juni 2006, 20.00 Uhr

Kammerkonzert mit Werken von Mozart, Schumann und Draeseke

Franziska Dürr
Martin Nitschmann
Prof. Wolfgang Müller-Steinbach

im Andromedasaal Schloss Ehrenburg

Liebe Mitglieder und Freunde, infolge der Fußball-Weltmeisterschaft (die uns bekanntlich während der Jahrestagung begleiten wird) wurde auch der Landeskirchenmusiktag der Pfälzischen Landeskirche in diesem Jahr vorverlegt. Er findet Anfang Mai statt und bindet alle Kräfte. Betrachten Sie daher bitte dieses Rundschreiben gleichzeitig als Einladung zur Mitgliederversammlung 2006 (Wichtig: es stehen Neuwahlen an!) und melden sich umgehend und ohne formelles Formular an:

per Telefon: 06232-98792
per Telefax: 06232-658413 oder
per E-Mail:
urfollertlkmd@t-online.de

Mitte Mai erhalten Sie noch eine letzte Erinnerung und das genaue Programm.

Dann noch dieser organisatorische Hinweis:

Wenn Sie vielleicht im Landhaus Kaiser in Dörfles-Esbach Zimmer buchen möchten, dann kümmern Sie sich bitte selbst darum und rufen am besten gleich an: Landhaus Kaiser, Dörfles-Esbach: Telefon 09561-60443


Die Dritte Abteilung des CHRISTUS „Tod und Sieg des Herrn“ schließt mit einen grandiosen Chor auf die Worte aus der Offenbarung des Johannes: „Herr Jesu Christ... du warst tot und siehe, du bist lebendig und hast die Schlüssel des Todes und der Hölle! Und hast uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott dem Vater von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen

Mit diesem österlichen Wort aus Draesekes genialem Opus grüße ich Sie im Namen des Vorstandes sehr herz-lich und verbleibe in der lebhaften Hoffnung auf ein Wiedersehen in Coburg mit den besten Wünschen

Ihr
Udo-Rainer Follert
Udo-Rainer Follert, LKMD
Gf. Vorsitzender

INTERNATIONALE DRAESEKE GESELLSCHAFT e.V.

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www.Draeseke.org

The Internationale Draeseke Gesellschaft (IDG) and International Draeseke Society/ North America (IDS/NA) regularly informs members of activities and items of interest and members qualify for a substantial discount on purchase of Society publications and music of Felix Draeseke and Joachim Raff on the Society's CD label: AKCoburg. We welcome you to join.
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